Die Braun Paxette meines Vaters (links), rechts meine Fuji X100S (c)2014 Thomas Hümmler – München · Grafing
Die Braun Paxette meines Vaters (links), rechts meine Fuji X100S
(c)2014 Thomas Hümmler – München · Grafing

Die Kamera links ist eine Braun Paxette, die von 1950 bis 1968 produziert wurde, eine so genannte Volks- oder Volksschullehrer-Leica. Um welches Modell es sich genau handelt, weiß ich nicht. Seiten wie von Oliver Corff, Wikipedia, Camerapedia, Classic Cameras, die Sammlung Kurt Tauber, Christian Zahns Optiksammlung oder Ernst Giger listen zwar alle möglichen Paxette-Modelle, aber nicht dieses mit der Seriennummer 378778. Diese Kamera inklusive drei Festbrennweiten (38 mm, 45 mm und 85 mm) gehörte meinem Vater und mit ihr habe ich die ersten fotografischen Schritte gemacht – ohne damals genau zu wissen, was ich tat.

Vor kurzem habe ich sie in einem Schrank bei meiner Mutter wiederentdeckt, mitgenommen und gesäubert. Leider sind bei dem 85er Objektiv zwei der zehn Blendenlamellen defekt. Ich habe deshalb alle zehn Lamellen entfernt und besitze nun eine Festbrennweite mit fester Offenblende ;-). Auch die Kamera selbst hat einen kleinen Defekt, der sich allerdings nicht auf die Bilder auswirkt: Im Sucher wackelt der Konturenrahmen etwas.

In der Kamera steckte noch ein Film. In der ledernen Kameratasche waren außerdem noch zwei Diafilme der Marke Agfa Chrome CT 100 – Haltbarkeitsdatum: 3/1988. Ich habe den teilweise genutzten Flm entwickeln lassen. Das Ergebnis war leider wie vermutet: Auf den Negativen ist nur schwach etwas erkennbar. Ich werde sie abfotografieren und dann mithilfe der Bildbearbeitung versuchen, sie aufzubereiten.

Fotografieren werde ich mit der Paxette wohl nicht mehr. Sie wird als Erinnerung an meinen Vater und meine ersten fotografischen Gehversuche einen schönen Platz bekommen. Im Gegensatz zu meinen anderen Knipsen und Kameras, die ich im Laufe der Jahre benutzt und auch wieder abgegeben habe: Im zarten Alter von acht Jahren zunächst eine Kodak-Instamatic mit PAK-Kassettenfilm 126 und diesen seltsamen Blitzlichtwürfeln, dann eine Polaroid-Sofortbildkamera. Ein paar Jahre später folgte der Wechsel zur Spiegelreflex: Nach einer zunächst manuell bedienbaren Praktika Super TL1000 bin ich umgestiegen auf Canon. Nach zwei analogen (EOS 500N und EOS 300V) und nach ersten digitalen Versuchen mit einer HP Photosmart und einer Canon Powershot bin ich dann zur digitalen Spiegelreflex gewechselt. Angefangen habe ich mit der EOS 350D, dann kam die EOS 40D. Jetzt nutze ich eine EOS 1D Mark III – allerdings meist nur im Studio.

Unterwegs fotografiere ich mit der Fuji X100S (im Bild rechts), die von Februar 2013 bis September 2014 gebaut wurde. Im Gegensatz zur Braun Paxette meines Vaters ist sie 140 Gramm leichter (470 mit SD-Speicherkarte bei der Fuji gegenüber 610 Gramm mit Film bei der Braun – bzw. 1,7 Kilo für die Canon). Auch dieses Gerät ist mehr was fürs Volk; sie kostet beispielsweise nur ein Sechstel einer Leica M, macht  aber genau so gute Bilder,  Auf Wechselobjektive verzichtet die Fuji. Sie hat bei den APS-C-Sensor eine Festbrennweite mit 23 Millimeter (entspricht 35 Millimeter Kleinbild). Seit einem Jahr nutze ich die Fuji-Kamera und habe sie fast immer dabei. Sie fällt kaum auf und ist im Gegensatz zur Spiegelreflex, aber auch zur Braun, geräuschlos. Was ich bisher sagen kann: Mit der 23-Millimter-Festbrennweite hat sich mein Fotografierverhalten geändert. Ich gehe näher ran oder konzentriere mich noch mehr auf die Umgebung.

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