Es ist aus. Zumindest für mich. Ich werde nicht mehr analog fotografieren. Zwei Kameras besitze ich noch: eine Braun Paxette meines Vaters, mit der ich als Kind meine ersten Gehversuche in der Fotografie gemacht habe, und eine Zeiss-Ikon Box-Tengor 54/2, eine so genannte „Kriegs-Tengor“. Beide bekommen nun einen würdigen Platz auf einem meiner Regale. Von der analogen Fotografie im Kleinbildformat hatte ich mich schon Anfang des Jahrtausends verabschiedet. Außer der Braun Paxette besitze ich auch keine analoge Kleinbildkamera mehr; allen anderen sind längst digitale Apparate gefolgt. Der Paxette habe ich der Vollständigkeit halber noch ein neues Teleobjektiv besorgt, weil bei dem ursprünglichen zwei Lamellen des Blendenverschlusses defekt waren.

Braun Paxette (c)2015 Thomas Hümmler – München · Grafing
Braun Paxette
(c)2015 Thomas Hümmler – München · Grafing
Zeiss-Ikon Box-Tengor 54/2 (c)2015 Thomas Hümmler – München · Grafing
Zeiss-Ikon Box-Tengor 54/2
(c)2015 Thomas Hümmler – München · Grafing

Analoge Fotografie mit der Mittelformat-Box

Anders die Zeiss-Ikon Box-Tengor. Diese Mittelformatkamera habe ich erst vor ein paar Monaten auf Ebay ersteigert. Das 6×9-Format hat mich gereizt. Ich habe mir für zirka 6 Euro einen 120er Rollfilm von Ilford besorgt und bin eines schönen Tages im vergangenen Winter mit Box, Lichtmesser und Stativ losgezogen. Den Film habe ich anschließend in einem Fotolabor entwickeln lassen. Der Fotolaborant hat bei der Entwicklung berücksichtigt, dass die Aufnahmen allesamt überbelichtet waren – die Tengor macht Aufnahmen mit 1/25 Sekunde bei Blende 11, 16 und 22. An dem schönen Wintertag kam ich aber nie auf längere Belichtungszeiten als 1/60 Sekunde. Mit einer sogenannten Pullentwicklung ist das in den Griff zu kriegen. Dabei wird die Empfindlichkeit überbelichteter Filme verringert, indem zum Beispiel ein 400er ISO-Film wie ein 200er ISO-Film belichtet wird. Der Kontrast wird beim Pullen geringer, das Bild feinkörniger. Den Kontrast kann man aber später in der Bildbearbeitung wieder hervorholen, sodass die Verluste in Grenzen bleiben.

Allerdings war das Experiment ein wenig enttäuschend und hat alles in allem 50 Euro für acht Fotos gekostet. Das Fotolabor – ein großer, münchner Fotohändler – hat aus den 6×9-Negativen nur Scans mit einer bescheidenen Auflösung von 3637×2515 Pixel hergestellt – mit einer Dateigröße von jeweils etwa 1,3 MByte. Das bedeutet, das schöne mittlere Format entspricht letztlich in etwa einer Aufnahme mit einer 10-Megapixel-Kamera. Zwar können andere professionelle Scan-Studios deutlich größere Bilder zum kleineren Preis erzeugen, aber den leichten Unschärfeeffekt der Zeiss-Ikon-Box kann man genauso gut mit einem Filter in der Bildbearbeitung erzeugen.

Zeiss-Ikon-Tengor auf Stativ (c)2015 Thomas Hümmler - München - Grafing
Zeiss-Ikon-Tengor auf Stativ
(c)2015 Thomas Hümmler – München · Grafing

Hier sechs der acht Bilder mit der Zeiss-Ikon-Box

Zeiss-Ikon-Tengor 4 (c)2015 Thomas Hümmler - München - Grafing
Feldscheune: Aufnahme mit der Zeiss-Ikon-Tengor
(c)2015 Thomas Hümmler – München · Grafing
Zeiss-Ikon-Tengor 3 (c)2015 Thomas Hümmler - München - Grafing
Bach und Baum: Aufnahme mit der Zeiss-Ikon-Tengor
(c)2015 Thomas Hümmler – München · Grafing
Zeiss-Ikon-Tengor 8 (c)2015 Thomas Hümmler - München - Grafing
Langläufer: Aufnahme mit der Zeiss-Ikon-Tengor
(c)2015 Thomas Hümmler – München · Grafing
Zeiss-Ikon-Tengor 6 (c)2015 Thomas Hümmler - München - Grafing
Zwei Langläufer: Aufnahme mit der Zeiss-Ikon-Tengor
(c)2015 Thomas Hümmler – München · Grafing
Zeiss-Ikon-Tengor 2 (c)2015 Thomas Hümmler - München - Grafing
Im Wald: Aufnahme mit der Zeiss-Ikon-Tengor
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Zeiss-Ikon-Tengor 7 (c)2015 Thomas Hümmler - München - Grafing
Waldkapelle: Aufnahme mit der Zeiss-Ikon-Tengor
(c)2015 Thomas Hümmler – München · Grafing

 

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